Stadt Neudenau

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Historie

In früheren Tagen

In früheren Tagen
In früheren Tagen

Über die ältesten menschlichen Ansiedlungen in unserem Gebiet wissen wir nicht allzu viel. Doch zwei Funde, ein bandkeramischer Steinhammer und ein Lochschaber, beide befinden sich im hiesigen Heimatmuseum, zeigen, dass in der jüngeren Steinzeit schon Menschen hier lebten (4. bis 3. Jahrtausend v. Chr.). 

Von etwa 400 v. Chr. bis zum 1. Jahrhundert n. Chr. war das ganze Gebiet von kriegerischen Stämmen der Kelten besiedelt. Vermutet wird, dass die Quelle bei St. Gangolf schon ein keltisches Quellheiligtum gewesen ist. Um etwa 70 n. Chr. besetzten römische Soldaten das Land zwischen Donau und Rhein. Sie errichteten Grenzwälle. Unsere Gegend liegt zwischen den beiden Linien des Limes. Die ältere, etwa um 100 n. Chr. gebaut, führte vom Main über den Odenwald, Duttenberg nach Wimpfen und dem Neckar entlang nach Cannstatt. 

Die spätere Linie, etwa 150 n. Chr. erstellt, verlief in schnurgerader Linie von Miltenberg über Osterburken, Jagsthausen nach Lorch im Remstal. Ein Netz von Straßen zwischen diesen Linien durchzog unser Gebiet. Römische Gutshöfe entstanden meist auf den Höhen liegend. Auf Neudenauer Markung lassen sich noch zwei Römerhöfe nachweisen, der eine im Weiler (von villa), wie das Gewann noch heute heißt, der andere im Eurich, ursprünglich "Mäurich". Zuweilen findet man dort noch Reste römischer Ziegel. Die Kreßbacher "Ziegeläcker" haben ihren Namen ebenfalls von solch einem Gutshof. Auch in den "Neuhofäckern" in Reichertshausen wurden römische Ziegel gefunden.

In den 1950er Jahren
In den 1950er Jahren

Etwa um 260 n. Chr. begann vom Norden her der Ansturm germanischer Völker. Der Stamm der Alemannen durchbrach den Limes und nahm das römische Gebiet bis an den Rhein in Besitz. Alemannische Sippen siedelten sich in den Talauen an. Die Endung "-ingen" bei Ortsnamen deutet auf alemannische Siedlungen hin. Auf Neudenauer Gemarkung gab es zwei alemannische Siedungen, nämlich Deitingen, ein Dorf bei der St. Gangolfs-Kapelle, das im Spätmittelalter untergegangen ist, doch ist der Name für das Gewann bis heute geblieben. Die andere Siedlung war Busingen.

Gegen Ende des 5. Jahrhunderts zog der germanische Stamm der Franken in unsere Gegend. 496 n. Chr. besiegten sie die Alemannen und drängten sie bis zur Murg und Oos zurück. Nun übernahmen die Franken die Führung in unserem Land. Ortsnamen mit der Endung "-heim" deuten auf fränkische Gründungen hin.

Die heutige Stadt Neudenau entstand im Jahr 1975 durch Zusammenschluss der damaligen Stadt Neudenau mit den Gemeinden Herbolzheim und Siglingen mit Reichertshausen und Kreßbach.

Jeder Teilort unserer heutigen Stadt entwickelte seine eigene Geschichte und Tradition.

Literatur

Fridolin Mayer: Geschichte der Stadt Neudenau an der Jagst und ihrer beiden Wallfahrtskapellen St. Gangolf und St. Wolfgang, Mosbach o. J. (1937)

Rudolf Unser: Geschichte des Dorfes Herbolzheim an der Jagst, Mosbach 1956

Hartmut Gräf: Siglingen, Reichertshausen, Kreßbach - Ein Heimatbuch, Neudenau-Siglingen 1978

Josefine Weihrauch und Heiner Heimberger: Neudenauer Überlieferungen, Hrsg. von Peter Assion, Neudenau 1979

Neudenau in alten Bildern, Hrsg. vom Neudenauer Heimatverein, Horb a. N. 1987

Dieter Ederle: Neudenau, Horb a. N. 1989

Neudenauer Museumshefte 1990, 1991, 1992

Wilma Becker: Neudenauer Küche, Elztal-Dallau 1991

Clemens Jöckle: Kirchen und Kapellen Neudenau, München und Zürich 1992

Wilma Becker: Erinnerungen an das Dritte Reich, Elztal-Dallau 1995

Bernhard Heinrich Lott: Malerisches Neudenau - Heimat an der Jagst, Bad Friedrichshall 1995

Bernhard Heinrich Lott: Es gibt mer zu denke - Mundartgedichte aus dem Jagsttal, Bad Friedrichshall 1996

Bernhard Heinrich Lott: Geschichten aus dem Jagsttal, Bad Friedrichshall 1997 (2., erweiterte Auflage)

Bernhard Heinrich Lott: Lustige Geschichten aus dem Jagsttal, mit Illustrationen von Birgit Muschko, Bad Friedrichshall 1998

Manfred Dod: Heimatkunde von Siglingen, Owen 1999

Bernhard Heinrich Lott: Die Jagst von der Quelle bis zur Mündung, Künzelsau 2000

Manfred Dod: Das Kriegsjahr 1945 in Siglingen, Reichertshausen und Kreßbach, Owen 2000

Heinz Tuffentsammer: Siglingen einst und heute, Neudenau-Siglingen 2002

Manfred Dod: Menschen unserer Stadt, Teil 1, Neudenau-Siglingen 2005

Manfred Dod: Menschen unserer Stadt, Teil 2, Neudenau-Siglingen 2006

Vereinsgemeinschaft Herbolzheim: 1150 Jahre Herbolzheim an der Jagst, Neudenau 2007

Manfred Dod: Ratsprotokolle der Gemeinde Siglingen, Neudenau-Siglingen 2007

Manfred Dod: Vereine unserer Stadt, Neudenau-Siglingen 2008

Manfred Dod: Menschen unserer Stadt, Teil 3, Neudenau-Siglingen 2009

TSV Herbolzheim: 100 Jahre TSV Herbolzheim von 1912 e. V. (1912 bis 2012), Karlsruhe 2012

Christian Jung: Zukunft mit Heimweh, Ubstadt-Weiher 2013