Stadt Neudenau

Seitenbereiche

Volltextsuche

Herbolzheim

Im Detail

Bergfried Ruine Heriboldisburg
Bergfried Ruine Heriboldisburg

Die Gründung von Herbolzheim dürfte etwa um 500 n. Chr. erfolgt sein. Nachdem die Franken die Alemannen zurückgedrängt hatten, verteilten sie von ihrem Grund an Klöster, verdiente Verwaltungsbeamte und Krieger als Lehen. So gab ein Frankenkönig das Gebiet um Herbolzheim einem fränkischen Edlen namens Heribot. Die Siedlung, die sich auf der fruchtbaren rechten Seite der Jagst entwickelte, nannte sich nach ihm Heribot(e)sheim

Urkundlich erwähnt ist dieser Name in der Germo-Urkunde um 860, als ein Germo von Herbolzheim dem Kloster Lorsch an der Bergstraße eine Schenkung machte. Beim Einfall der Ungarn um 910 ist das Dorf wahrscheinlich zerstört worden. Wegen der Unsicherheit scheint der Ortsadel die Siedlung auf der rechten Jagstseite ganz aufgegeben zu haben. Gegenüber, auf dem steil zur Jagst abfallenden Bergrücken, erbauten sie einen befestigten Herrenhof, umgaben ihn mit Wall und Graben und hölzernen Wehrbauten. 

Die wenigen überlebenden Bauernfamilien siedelten sich in der Nähe des Herrenhofes an. Wann die Burg erbaut worden ist, weiß man nicht genau, es dürfte zwischen 1100 und 1200 gewesen sein. Sie war eine der mächtigsten Ritterburgen in unserer Gegend. Mit ihrem Kernstück, dem 25 Meter hohen Bergfried, konnte sie ihren Bewohnern Schutz und Sicherheit bieten und die Umgebung militärisch beherrschen. Wann die Burg zerstört wurde ist nicht bekannt.

Kurz nach dem 2. Weltkrieg
Kurz nach dem 2. Weltkrieg
Schäfer Rollmann im Steinwörth 1959
Schäfer Rollmann im Steinwörth 1959
Herbolzheim von oben ca. 1960
Herbolzheim von oben ca. 1960

Die Ritter von Herbolzheim verarmten allmählich. Durch Verkäufe gelangte ihr Besitz völlig an Kurmainz. Mit dem Amt Neudenau, zu dem Herbolzheim dann gehörte, ging es bei der Säkularisierung durch Napoleon an die Grafen von Leiningen als Ersatz für deren linksrheinischen Gebiete über. 1906 kam es an das neu gegründete Großherzogtum Baden, dann zum Kreis Mosbach und später zum Landkreis Heilbronn.

Das Gelände um die Burgruine verkaufte die Gräfin Maria von Leiningen 1907 an den Gastwirt Josef Dietz. 1975 entstand durch Zusammenschluss der Gemeinden Herbolzheim, Siglingen mit Teilorten und der Kernstadt Neudenau die Gesamtgemeinde Neudenau.