Stadt Neudenau

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Siglingen mit Reichertshausen und Kreßbach

Im Detail

In der Alemannenzeit hatte sich vermutlich die Sippe eines Sigino in der Talaue angesiedelt. Nach ihr wurde der Ort Sigeningen oder Siglingen benannt. Als Beleg für die alemannische Besiedlung fand sich im Gewann Kiesel unter anderem eine Tonscherbe mit charakteristischen Kennzeichen für germanische Tonwaren des 3. Jahrhunderts. 

Eine erste schriftliche Erwähnung stammt aus der Frankenzeit. Zwischen 770 und 802 stiftete eine Eigilsuint ihre Güter zu Siglingen und Ruchsen dem Kloster Fulda. Die Gründung der Orte Reichertshausen und Kreßbach dürfte in die Frankenzeit fallen, auch wenn beide schriftlich erst im 13. und 14. Jahrhundert erwähnt sind.

Durch ihre benachbarte Lage haben die drei Orte Siglingen, Kreßbach und Reichertshausen ähnliche Geschicke erlebt, obwohl sie bis ins späte Mittelalter verschiedenen Herrschaften angehörten. Siglingen und Kreßbach, von 1803 an den Grafen von Weinsberg gehörend, wurden gemeinsam aus von Neuenstadt verwaltet.

Reichertshausen war im Besitz eines Herren von Hohenlohe. 1339 wurde der Hohenloher vom Hochstift Würzburg mit der Herrschaft Möckmühl belehnt. Von da an teilte Reichertshausen die Geschichte der Stadt Möckmühl. 1445 kaufte die Pfalz das Amt Möckmühl.

Siglingen und Kreßbach kamen im gleichen Jahr unter pfälzische Herrschaft und wurden dem Amt Möckmühl zugeteilt. 1504, während des bayerischen Erbfolgekrieges zwischen Pfalzgraf Ruprecht und dem Herzog von Bayern-München, nahm Herzog Ulrich von Württemberg dem geschwächten Pfälzer die Ämter Neuenstadt und Möckmühl ab, die fortan württembergisch blieben. 1542 wurde im Amt Möckmühl die Reformation eingeführt, Siglingen erhielt eine evangelische Pfarrei, die kurmainzischen Gemeinden dagegen blieben katholisch.

Unglaubliche Verluste und Verwüstungen brachte der 30-jährige Krieg. Siglingen wurde 1636 von kaiserlichen Truppen geplündert und bis auf zwei Häuser in der Entengasse wurde alles niedergebrannt, die meisten Bauern verließen den Ort, auch die Nachbarorte wurden verlassen. In Kreßbach lebten 1639 noch zwei Bürger. Es dauerte lange, bis sich das verwüstete Land wieder erholt hatte, zumal der Aufbau immer wieder durch französische Truppen gestört wurde.

Kreßbachtal
Kreßbachtal

Unter Napoleon wurde Württemberg Königreich. Bei der Neuordnung wurde das Amt Möckmühl aufgehoben und dem Oberamt Neckarsulm zugeschlagen. 1938 wurde das Oberamt Neckarsulm aufgelöst und dem Landkreis Heilbronn zugeordnet.

Wer auf der Jagsttalstraße unterwegs ist, dem fallen bei Siglingen die Rebanlagen auf. Die Weinbergterrassen mit ihren Trockenmauern und Steinriegeln an den nach Süden gewandten Hängen der Jagst geben dem Tal von Neudenau bis Widdern das typische Gelände.

Durch Zusammenarbeit mit der damals noch badischen Stadt Neudenau konnte das Freibad gebaut und 1967 eingeweiht werden.

1975 entstand durch Zusammenschluss der Gemeinden Herbolzheim, Siglingen mit Reichertshausen und Kreßbach sowie der Kernstadt Neudenau die Gesamtgemeinde Neudenau.